
Die Entwürfe des Zürcher Designers sind ebenso fröhlich wie vielfältig – von Möbeln über Autos bis zum Hotel.
In seinem studio im zürcher Seefeld sieht es aus wie in einer Wunderkammer: In Regalen und auf Sideboards stehen Uhren, Miniaturautos, Gläser, Stühle, Golfschläger. Ein Sammelsurium seines mehr als 30-jährigen Schaffens. Alfredo Häberli ist einer der umtriebigsten Designer des Landes mit internationaler Strahlkraft. Er entwirft Produkte für Marken wie Iittala, Georg Jensen oder Vitra, hat Geschäfte für das spanische Schuhlabel Camper gestaltet und das Interieur der Schweizer Botschaft in Kopenhagen.
1964 in Buenos Aires geboren, kam er als 14-Jähriger in die Schweiz, studierte Industriedesign an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und gründete anschliessend sein eigenes Designstudio. Seither entstehen hier Entwürfe, die zugleich reduziert und fröhlich sind. «Meine Grundphilosophie könnte man vielleicht so beschreiben: mit wenig Linien und Materialien viele Emotionen auslösen», sagt Häberli. «Meine schöne Kindheit in Argentinien ist eine grosse Inspirationsquelle für mich.»

Für Atelier Pfister haben Sie vor Kurzem eine Signature Edition des Airline Trolley lanciert. Ihr Vater arbeitete bei Swissair.
Ja, ich habe eine enge Beziehung zu Swissair beziehungsweise Swiss, bin oft nach Argentinien geflogen. Der Trolley (Foto) wird in der Schweiz produziert. Er ist in drei subtilen Farbkompositionen erhältlich und kann als Sockel oder Stauraum verwendet werden.
Wohin ging Ihre letzte Reise?
Ich habe vergangenes Jahr Menorca (Foto) entdeckt. Ich bin die Küste den alten Pferdeweg Cami de Cavalls entlanggewandert, was wunderschön war. Ursprünglich bin ich aber wegen der Galerie von Hauser & Wirth auf die Insel gekommen.


Sie haben auch das «25hours Zurich West» designt. In welchem Hotel betten Sie sich privat gerne?
Ich mag Hotels mit Geschichte wie das Waldhaus Sils (Foto). Das besuche ich jedes Jahr. Es ist schön, dass es immer noch in Familienhand ist.
Und welches Buch liegt da auf Ihrem Nachttisch?
«Am Meerschweinchen übt das Kind den Tod» (Foto) von Nora Gomringer. Sie schreibt wahnsinnig schön über den Tod ihrer Mutter. Traurig, fröhlich, alles zusammen. Ich habe das Buch schon oft verschenkt.


Woran arbeiten Sie derzeit?
Ich habe gerade fünf Brillenmodelle für die Zurich Collection (Foto) des Schweizer Labels Nirvan Javan entworfen. Es feiert Zehn-Jahr-Jubiläum, die Kollektion wurde Ende Januar lanciert.
Und welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Das Art Car (Foto), das ich für Porsche machen durfte. Dafür bemalte ich einen der ersten Porsche 356 SC per Hand. Mir war es wichtig, dass man die Pinselstriche sieht. Je näher man dem Auto kommt, umso besser erkennt man die Struktur, das Gemalte. Der Wagen wurde versteigert, der Erlös ging an den Verein Kinderkrebshilfe Schweiz.


