
Zu Beginn dieses Jahres bringen limitierte Kollektionen die Lippen mit verführerischen Farbtönen zum Strahlen.
Sie schmunzeln, lachen, schmollen und formen Buchstaben. Unsere Lippen unterstützen nicht nur die Sprachbildung, indem sie Laute formen, sondern sind auch ein stiller Kommunikator. Mit keinem anderen Körperteil können wir so viele Emotionen ausdrücken wie mit unserem Mund. Wenn die Augen der Spiegel der Seele sind, ist unser Mund quasi ihr Lautsprecher. Er formuliert unsere Gedanken und zeigt durch hochgezogene Mundwinkel oder zusammengepresste Lippen unsere Gemütslage an.
So verwundert es nicht, dass bereits Kleopatra ihre Lippen mit roter Farbe (gewonnen aus zermahlenen Schildläusen) in Szene setzte, wohl auch, weil farbige Lippen im Alten Ägypten Wohlstand symbolisierten. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Seit seiner Einführung im Jahr 1883 an der Weltausstellung in Amsterdam ist der Lippenstift längst demokratisiert. Matt oder glänzend, als Gloss oder Liner: Die Auswahl ist riesig und Trends kommen und gehen so schnell wie Sternschnuppen. «Die grosse Farbvielfalt – von kräftig bis neutral – gibt Konsumentinnen mehr Freiheit, ihre Stimmung und ihre Persönlichkeit über ihre Lippen auszudrücken», sagt Claudia Jacob, National Make-up Artist bei Mac Cosmetics.
Beliebte Holiday-Kollektionen
Geschminkte Lippen liegen derzeit besonders im Trend. Aber die zahlreichen festlichen Anlässe, beispielsweise während der Feiertage zum Jahresende, sind nicht der einzige Grund dafür. «Wenn Weihnachten näher rückt, verzeichnen wir definitiv einen deutlichen Anstieg der Lippenstiftverkäufe, und das ist kein Zufall», sagt Anthony Chasset, Guerlain International Make-up Artist. «Seitdem Guerlain 1962 die erste Weihnachtskollektion lanciert hat, sind sie zu einer beliebten Tradition geworden. Die Kunden warten gespannt auf diese Veröffentlichungen, da sie wissen, dass sie in jeder Kollektion entzückende kleine Schätze entdecken werden.» Marken wie Dior oder Chanel lancieren in der Vorweihnachtszeit ebenfalls limitierte Holiday Collections, die festlich verziert sind oder funkeln.
So unterschiedlich diese auch aussehen, Einigkeit herrscht bei der Farbpalette: Zwar ist leuchtendes Rot ein Dauerbrenner, derzeit liegen aber besonders tiefe Burgunder- und Pflaumentöne sowie Kakaobraun und Rosénude im Trend, erklärt Jacob. Das bestätigt auch Chasset, der sanfte Beerentöne oder Rosébraun momentan im angesagten «Soft-Blurred Lip»-Look schminkt: «Nachdem ich einen hydratisierenden Balm aufgetragen habe, verblende ich die Lippenkonturen mit dem Guerlain Terracotta Concealer. Dann tupfe ich die Farbe in der Mitte der Lippen auf und verwische sie mit den Fingern nach aussen bis zu den Rändern. Anschliessend verwischt man auch die Farbe beim Amorbogen sanft. Für mehr Intensität kann man den Vorgang beliebig oft wiederholen.»
Glosse sind zurück
Lipglosse erleben ebenfalls ein Comeback. «Die Finishes bewegen sich weg vom ultramatten Look hin zu glänzenden, pflegenden, ölhaltigen Texturen», sagt Jacob. Dies ist auch insofern hilfreich, als dunkle Töne weniger Patzer verzeihen. Wer sich allein beim Gedanken an kleisterartige Glosse wie der Weihnachtsgrinch fühlt: keine Bange! Die Glosse 2.0 zeichnen sich durch ihre angenehme Textur aus: «Moderne Glosse sind heute viel pflegender und weniger klebrig», beruhigt Jacob. Kein Grund also, Abstand zum Weihnachtsstollen zu halten.
Aber egal, welcher Farbton oder Look der favorisierte ist – am Ende sollten wir es ohnehin wie Marilyn Monroe halten: «Ein Lächeln ist das schönste Make-up, das ein Mädchen tragen kann.»







