Offensichtlich: es ist die perfekte Jahreszeit dafür. Die Böden sind so karg vom Winter, dass wir das Gärtnern einfach nach drinnen verlagern. Und begeistert zuschauen, wie die Zwiebeln in unserem Zuhause austreiben, wie sich der grüne Spross langsam, aber entschlossen ans Licht kämpft. Diese Art des Frühlingserwachens – es leben die Hyazinthe, die Narzisse und die Traubenhyazinthe! – nimmt bei Floristen und Trendsettern derzeit eine fast philosophische Dimension an.

Sie setzen die gesamte Pflanze in Szene, von den Blütenblättern bis zur Wurzel. Eine Allegorie des Lebens. Dazu braucht es transparente Behälter, die die lebenswichtigen Funktionen der Pflanze offenlegen. «Man spürt bei unseren Kunden deutlich eine Naturverbundenheit», sagt Marine Randazzo, Floristikdesignerin vom Atelier Tavola Floral in Genf. Der Trend ist quasi die Verlängerung der begrünten Wände. So ist das «Hôtel des Horlogers» in Le Brassus, das inmitten des wilden Risoud-Waldes liegt, ausschliesslich mit lebenden Pflanzen dekoriert – auch wenn dies bedeutet, dass die Zwiebeln bis zum nächsten Jahr im Dunkeln gehegt werden müssen.

Das funktioniert nur mit eher kurzlebigen und widerstandsfähigen Saisonblumen, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch Iris- oder Lilienarten hinzukommen werden. Lois Vitry-Trapman vom Studio Royal Bloom in Lausanne erwähnt auch die anmutigen Vanda-Orchideen mit ihren nackten Wurzeln: «Diese Wurzelstrukturen ermöglichen sehr ausdrucksstarke Pflanzenarrangements, zu denen auch Zweige und Moose gehören.» Aber sie erinnert auch weise daran: «Schnittblumen vermitteln ebenfalls eine starke Botschaft: die der vergänglichen Schönheit … Das Leben vergeht, nichts ist für immer.»