Kälte, Wind, UV-Strahlung: In den Bergen wird unsere haut strapaziert. Zum Glück haben die Marken entsprechende Pflegeprodukte entwickelt.

Egal, ob Schlitteln, Skifahren, Schneeschuhwandern oder Bergsteigen: Handschuhe, Thermowäsche, Mütze, Sonnenbrille und wärmende Sportkleidung gehören zur Grundausrüstung bei allen Ausflügen in die Höhe. Ebenso wichtig wie das passende Outfit – und das wird oft vergessen – sind die entsprechenden Pflegeprodukte, mit denen wir unsere Haut vor den äusseren Einflüssen in alpinem Gelände schützen.


Insbesondere die Kombination aus kaltem Wind und tiefen Temperaturen führt nämlich zu einer Minderung des Talgflusses, was die Haut austrocknen kann. Hinzu kommt, dass wir in der Kälte kaum schwitzen und darum weniger Fette an die Hautoberfläche gelangen. Diese bilden normalerweise einen natürlichen Schutzfilm gegen Umwelteinflüsse. Eine suboptimale Ausgangslage für die Haut, die mit Spannungsgefühlen, Rötungen, Trockenheitsfältchen oder Schlimmerem auf diese klimatischen Bedingungen reagieren kann. Damit es gar nicht erst so weit kommt, raten Experten zu einer speziell abgestimmten Hautpflegeroutine.

«Alle klimatischen Situationen, welche die Eigenschaften und Merkmale der Haut verändern können, gelten in der Fachwelt als ‹extremer Umstand›. Bei eisigen Temperaturen in der Höhe besteht die Möglichkeit von Verbrennungen, Entzündungen sowie Gefässveränderungen. In solchen Fällen empfiehlt sich ein Hautpflegeprodukt mit einem hohen Fett- und einem geringen Wasseranteil», erklärt Roberta Vasconcelos-Berg, Leiterin ästhetische Dermatologie am Universitätsspital Basel Margarethenklinik. Enthält ein Produkt zu viel Wasser, kann dieses nämlich auf der Haut gefrieren und zu dauerhaften Schäden führen.

Die Hände werden oft vergessen

«Wird die Haut extremen Bedingungen ausgesetzt, sollte sich die Hautpflege darauf konzentrieren, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, die Hautbarriere zu stärken und zu schützen, indem der transepidermale Wasserverlust verringert wird», ergänzt Dr.    Nancy Ilaya, Wissenschaftliche Leiterin bei Kiehl’s. Die Marke stattete 1988 die Mannschaft der ersten Besteigung der Ostwand des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff unter anderem mit der kultigen Ultra Facial Feuchtigkeitspflege für den ultimativen Härtetest aus. Die Creme erfüllte sämtliche Anforderungen.


Wie eine Art kosmetischer Frostblocker wirkt auch die klassische Cold Cream, deren Ursprünge auf eine Rezeptur des griechischen Arztes Galenos im zweiten Jahrhundert nach Christus zurückgehen soll. Beliebt sind diese Cold Creams bei Alpinisten wegen der typischen Rezeptur auf der Basis von Bienenwachs mit einem hohen Fettanteil. Da bei zunehmender Höhe auch die UV-Strahlung zunimmt – Fachleute reden von vier Prozent pro 300 Höhenmetern – und ausserdem die Strahlen auf Eis viel stärker reflektiert werden, muss die Haut in den Bergen nicht vor Kälte, Trockenheit, Wind und Sonne besonders gut geschützt werden.


Christian Lüscher, Geschäftsleiter des schweizerischen Familienunternehmens Parsenn: «Als passionierter Skifahrer und -lehrer gehören für mich ein guter Kälteschutz sowie ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor zum Basisprogramm.» Weil dabei oft die Hände vergessen gingen, habe er ein spezielles Pflegeritual für seine Schüler etabliert, das er allen Berggängern ans Herz legt: «Sobald meine Gruppen auf der Hütte ihre Handschuhe ausziehen, bekommen alle eine Portion Handcreme.»