Haben sie auch schon einmal davon geträumt, mitten in einer Besprechung vom Bürostuhl aufzustehen, die Tür aufzustossen und sich einer Choreografie anzuschliessen, die «La La Land»-würdig wäre? Passanten, die mitten in einem Stau zu Tanzpartnern werden. Schon lassen wir uns von einem imaginären «Pam-Pam-Pam» mitreissen und gleiten wie Emma Stone und Ryan Gosling zwischen den Autos hindurch – ganz egal, ob die Excel-Tabelle fertiggestellt wird oder nicht.

Vielleicht ist es genau diese Fantasie, die die Jazzschuhe in dieser Saison wieder zum Leben erwecken. Ihr Name leitet sich von jener Musik ab, die Ende des 19.   Jahrhunderts in New Orleans entstand. Der dazugehörige Tanzstil entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Um ihre Chassé-Schritte zu begleiten, wählten die Tänzer flexible, leichte und eng anliegende Schuhe, die sich drehen, gleiten und dem Rhythmus folgen konnten. Ihr Aussehen kommt uns bekannt vor: ein bisschen Derby, ein bisschen Ballerina, ein bisschen Schuljungen-Stil.

Die Marke Repetto hatte sie 1970 mit dem Modell Zizi, das für die Tänzerin Zizi Jeanmaire entworfen wurde, zu einer Ikone gemacht. Der Jazzschuh war auch der Lieblingsschuh von Sänger Serge Gainsbourg. Heute bringen Celine, Jamie Haller und andere ihn wieder auf die Tanzfläche – und erinnern daran, dass auch Gehen eine Choreografie sein kann. 

The Jazz Slipper, Jamy Haller.


Zizi Soft Derbies, Repetto.