
Die Schönheit der Bilder, natürlich! Und diese Leichtigkeit, mit der Körper und Ideen in Bewegung versetzt werden – als ob nichts unmöglich wäre. Die wunderbare Fondation Maeght, im Hinterland von Nizza, fördert seit den 1960er-Jahren das Beste der zeitgenössischen Kunst. Die aktuelle Ausstellung: eine Retrospektive des Schweizer Fotografen Peter Knapp. Modeaufnahmen, die er für das Haus Courrège realisiert hat.
1965 präsentierte André Courrège zum ersten Mal eine sehr architektonische Silhouette: gerade Linien, kurze Röcke, elementare Formen und Farben. Eine futuristische Vision von Weiblichkeit, die «Bombe Courrège» getauft wurde. Knapp arbeitete damals in Paris für die Zeitschrift «Elle» an der Seite der legendären Hélène Lazareff. Als die Moderedaktorinnen von der Modeschau zurückkamen, waren sie so überwältigt, dass die Zeitschrift der Kollektion zehn Seiten einräumte, um die im Gange befindliche gesellschaftliche Revolution zu zeigen.
Knapp ist heute 95 Jahre alt, pendelt zwischen Paris und Graubünden und widmet sich hauptsächlich der Malerei und der Collage. «Ich habe alles in einer Nacht fotografiert. In Schwarz-Weiss: Wir hatten den Redaktionsschluss verschoben, und für den Fotogravurdruck blieb keine Zeit mehr», erinnert er sich. Das Ergebnis: eine der eindrucksvollsten, radikalsten und visionärsten Modeserien des 20. Jahrhunderts. «Ganz klar die Serie, die meine internationale Karriere ins Rollen gebracht hat!», so Knapp, den später eine enge Freundschaft mit Courrège verband. Die Fotos zeugen auch von einem starken Glauben an die Zukunft und an die Kraft der Kreativität.
Peter Knapp: le temps Courrèges, Fondation Maeght, Saint-Paul-de-Vence, bis 8 November 2026.

