Wer schon einmal das Atelier von Albert Kriemler, dem Kreativdirektor des Schweizer Labels Akris, besucht hat, weiss: Die Inspiration kommt aus den Fingerspitzen. Wenn man die Stoffe berührt, aus denen modische Träume gemacht werden. Die Wände sind mit Stoffmustern bedeckt.

Das Material, das den sehr architektonischen, sehr radikalen Ansatz der Marke am besten verkörpert, ist jedoch zweifellos Pferdehaar. Traditionell von Schneidern zur Verstärkung von Schultern und Revers bei Anzügen verwendet, hat es sich 2009 bei Akris aus den Futterstoffen gelöst, um in Accessoires zum Einsatz zu kommen. Hatte die Marke doch gerade eine Werkstatt in Deutschland erworben, eine der letzten, die in der Lage ist, die langen Haare aus Mähne und Schweif auf Webstühlen aus dem 19. Jahrhundert zu verweben.

So wird der gesamte Prozess beherrscht, von den Steppen der Mongolei bis zum fertigen Stoff. Verschiedene Accessoires – insbesondere die Tasche Ai – werden auf Anfrage von Hand gefertigt, diese Saison bietet Akris diese Meisterleistung sogar in Form eines schmalen Rocks mit Fransen. 

Tasche Ai, Akris, Leder und Rosshaar, ab 2590 Euro.