Als Designer, Architekt und Glücksbringer erschafft der britisch-nigerianische Künstler eine farbenfrohe Welt. Champagnerbläschen inklusive!

Die ehemalige Kirche Santa Teresa in Mailand verströmt eher heidnischen als mystischen Glanz, strahlt in einem fröhlichen Sonnengelb. Wir befinden uns am Salone del Mobile, der grossen Designmesse, wo Veuve Clicquot gemeinsam mit dem Künstler Yinka Ilori eine vielbeachtete Kollektion von Objekten präsentiert: Flaschenhalter, Champagnerkübel in Form von Totems, Geschenkboxen  …

Das Motto «Chasing the sun» trifft den englischen Designer nigerianischer Herkunft mitten ins Herz: «In dieser Welt bist du die Sonne, der du hinterherjagst.» Der 39-Jährige schafft farbenfrohe Möbel, Objekte und urbane Architektur, die dem Betrachter ein Lächeln entlocken. An diesem strahlenden Tag im April trägt er ein bedrucktes Hemd von Jacquemus («Ich liebe es, wie seine Mutter und seine Familie ihn inspirieren») und erzählt mit Begeisterung Geschichten aus dem Alltag, die in den von ihm entworfenen Objekten Gestalt annehmen.


Ihre Kollektion für Veuve Clicquot (Foto) strahlt Lebensfreude aus. Was sind Ihre Champagnermomente?

Ich stelle mir ein Familienfest zu Hause in East London vor, alle sind entspannt und farbenfroh gekleidet. Und der Champagner fliesst in Strömen!

Der Textildruck des Flaschenhalters ist von Wachsstoffen inspiriert. Warum?

Ich liebe diese Stoffe (Foto), die in Westafrika getragen werden, aber ursprünglich aus den Niederlanden stammen. Die humorvollen Motive fördern die Kommunikation zwischen den Menschen. Und für uns Nigerianer ist es eine Möglichkeit, unser Erbe zu zeigen.

Bei Möbeln faszinieren Sie Stühle.

Das ist meine erste Liebe! Ich sammle sie und habe viele entworfen, darunter den Let there be light (Foto) mit Kerzen drauf. Man weint, man lacht, man isst, man tanzt auf Stühlen. Für mich sind sie ein Bindeglied zwischen den Menschen.

Sie gehen oft Kooperationen ein.

Ich liebe es, mit anderen Marken zusammenzuarbeiten, das weitet den Geist. Die Uhr M.A.D.1S Grow your dreams (Foto), die ich letztes Jahr mit der Galerie MAD in Genf entworfen habe, ist so ein Beispiel. Max Büsser hat mich zu noch mehr Farben, zu noch mehr Verrücktheit angespornt. Es ist unglaublich, die afrikanische Kultur mit der Präzision der Schweizer Uhrmacherkunst zu vereinen.


Ihre Stiftung, die Spielplätze für Kinder schafft, heisst Pink Flamingo. Warum?

Früher gab es Flamingos (Foto) in den Parks von Barking in der Nähe von London. Ich lasse mich von dem inspirieren, was mich umgibt, um es in eine Botschaft der Freude zu verwandeln. Auf dem Spielplatz konnte ich zeichnen, mich ausdrücken. 

Wo finden Sie Sonne?

In einem abgelegenen Dorf auf Rhodos (Foto). Die Häuser sind zwar etwas baufällig, aber das Meer ist kristallklar und ich kann die Fische um meine Füsse herumschwimmen sehen.