
Wellen, die gegen die Felsen schlagen, Vulkangestein, Salz auf der Haut: Meerwasserpools erfrischen uns im Sommer.
1. Océano Health Spa
Teneriffa

Der Pool Wer sich hier hineinwagt, sollte ein lebhaftes Bad mögen. Die Wellen peitschen einem ins Gesicht, das Salz des Atlantiks ist intensiv und das Wasser kalt. Das Hotel «Océano Health Spa» liegt versteckt im Küstendorf Punta del Hidalgo und ist nur wenige Schritte von der Piscina Natural Punta del Hidalgo entfernt, einem natürlichen Meerwasserbecken, das in das schwarze Vulkangestein gehauen wurde. An Tagen mit starkem Wellengang ergiesst sich das Meer hinein.
Der Ort Auf Teneriffa stellt man sich lange Velotouren Richtung Vulkan oder ausgelassene Abende vor. Vielleicht ein bisschen von beidem. Aber hierher kommt man, um zu entschleunigen und die jodhaltige Luft einzuatmen. Das Hotel setzt auf Bäder mit erwärmtem Meerwasser und Thalasso-Behandlungen. Man atmet tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus.
Océano Health Spa, Punta del Hidalgo, Teneriffa, Spanien, DZ ab 150 Fr., www.oceano.de.
2. Reid’s Palace
Madeira

Der Pool Wenn Sie die kleine Wendeltreppe hinunter zur Klippe nehmen, wartet unten ein bezauberndes, in den Felsen eingelassenes Meerwasserbecken. Zwischen den Metallleitern, den Wellen, die gegen die Felsen schlagen, und den mit Vegetation bewachsenen Klippen wirkt der Ort wie eine geheime Zuflucht. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viele Bahnen zu schwimmen: Sie werden Ihre Muskeln später noch brauchen, um die Stufen wieder hinaufzusteigen …
Der Ort An den Klippen von Funchal gelegen, pflegt das «Reid’s Palace» alten britischen Glamour. Winston Churchill verbrachte hier einen Aufenthalt, um die Landschaften der Insel zu malen. Zwischen subtropischen Gärten, Afternoon Tea auf der Terrasse und Gängen, die an einen zeitlosen Palast erinnern, scheint das Hotel die Jahrzehnte durchlaufen zu haben, ohne jemals wirklich seinen Rhythmus zu ändern.
Reid’s Palace, Funchal, Madeira, Portugal, DZ ab 700 Fr., www.belmond.com
3. Dreams Madera Resort Spa
Madeira

Der Pool Nur wenige Schritte vom Yachthafen entfernt, schmiegt sich ein natürliches Meerwasserbecken unauffällig an die schwarzen Vulkansteine und den Atlantik. Sportliche Höchstleistungen muss hier niemand vollbringen: Man kommt vor allem, um abwechselnd ein paar Runden im Salzwasser zu schwimmen, die Füsse auf den warmen Steinen trocknen zu lassen und lange Pausen einzulegen.
Der Ort An der wilden Küste von Caniçal im Osten Madeiras gelegen, herrscht im «Dreams Madeira Resort Spa & Marina» eine etwas entspanntere Atmosphäre als in den historischen Palasthotels mit ihren Traditionen. Zwischen Yachthafen, Palmen und Terrassen mit Blick auf den Atlantik vergehen die Tage hier gemächlich, einzig unterbrochen von Bootsfahrten und Sonnenuntergängen.
Dreams Madeira Resort Spa & Marina, Madeira, Portugal, DZ ab 350 Fr., www.hyattinclusivecollection.com
4. The Marine Hermanus
Hermanus

Der Pool Es gibt zwar einen blauen, chlorierten Pool mit spiegelglattem Wasser, in dem man den Tag damit verbringen kann, ein paar Bahnen zu ziehen oder Cocktails zu schlürfen. Aber im Hotel «The Marine Hermanus» findet das wahre Badevergnügen etwas weiter entfernt statt, in einem Becken, das entlang des berühmten Cliff Path angelegt wurde und vom Hotel aus zugänglich ist. Dieses Gezeitenbecken lebt im Rhythmus der Wellen: mal ruhig, mal geflutet.
Der Ort Haben Sie ihn gesehen? Da, ein Wal ist gerade aufgetaucht! Das Schauspiel kann von den Zimmern oder von der Terrasse des «The Marine Hermanus» aus beobachtet werden. Weit entfernt von Safaris, wo Löwen durch die Savanne pirschen, wird die Natur hier vom Wind getragen, und man zählt zum Einschlafen Wale statt Schafe.
The Marine Hermanus, Hermanus, Südafrika, DZ ab ca. 300 Fr., www.themarinehotel.co.za
5. Les Roches rouges
Saint Raphaël

Der Pool Im Morgengrauen, wenn noch alles ruhig ist, sind am Pool bereits vereinzelte Platscher zu hören. Zwischen Pool und Meer verschwindet die Grenze in diesem Meerwasserbecken fast: derselbe Salzgeruch auf der Haut, dieselben kühlen Spritzer, derselbe Wunsch, das Bad noch ein wenig zu verlängern, bevor die Côte d’Azur erwacht. Und sobald man es sich auf dem Liegestuhl bequem gemacht hat, könnte die Aussicht auf das Blau des Mittelmeers kaum schöner sein.
Der Ort Zwischen den Sonnenschirmen trocknen noch Handtücher auf den heissen Steinen dieser roten Felsen, die dem Hotel seinen Namen gaben. Nach und nach sinkt die Sonne und taucht das Mittelmeer in ihr Licht. Das ist das Signal, den Liegestuhl zu verlassen und sich ins Restaurant «Estelo» zu begeben, das etwas höher gelegen und zum Meer hin offen ist. Die laute Riviera scheint weit weg, man lauscht dem Zirpen der Zikaden, während gegrillter Fisch und Pissaladières auf der Zunge zergehen.
Les Roches Rouges, Saint Raphaël, Frankreich, DZ ab 360 Fr.,www.beaumier.com
6. Cap Eden Roc
Antibes

Der Pool Damit können Sie nach der Rückkehr aus den Ferien bei einem Kaffee im Büro prahlen: Sie haben im selben Becken gebadet wie Elizabeth Taylor. Zwar nicht zur selben Zeit … aber immerhin. Ein in den Fels gehauenes Becken mit gefiltertem Meerwasser, die legendären Sprungbretter, die Kellner in Weiss, die zwischen den Liegestühlen hin- und hereilen, das sollte reichen.
Der Ort Beim Filmfestival von Cannes tummeln sich die Prominenten auf den legendären Stufen des Luxushotels. Hinter der von Pinien gesäumten Allee verbergen sich unter anderem ein Dior-Spa und die Terrasse des Restaurants «Le Grill», die hoch über dem Mittelmeer thront. Genau die Art von Ort, an dem sich das Mittagessen bis zum Sonnenuntergang hinzieht.
Hôtel du Cap Eden-Roc, Antibes, Frankreich, DZ ab 1700 Fr. im Sommer, www.oetkerhotels.com
7. Aqua Natura Hotel
Madeira

Der Pool Für alle, die lieber dem Rauschen der Wellen lauschen, anstatt den Badeanzug nass zu machen – wobei sich das nicht ganz umgehen lässt –, ist das natürliche Becken des «Aqua Natura Madeira Hotel» der ideale Rückzugsort. Mit Meerwasser gefüllt und von schwarzen Felsen geschützt, kann man hier beobachten, wie der Atlantik rundherum tobt, aber mit genügend Abstand. Ein hypnotisierendes Rauschen, dem man stundenlang zuhören könnte.
Der Ort Das «Aqua Natura Madeira Hotel» setzt nicht auf protzigen Luxus, und genau darin besteht sein Charme. Hierher kommt man vor allem, um am Atlantik zu schlafen und Madeira im Freien zu erleben: im vom Wellen umspülten Gezeitenbecken, auf den steilen Strassen der Insel oder vor den gewaltigen Klippen aus schwarzer Lava, die ins Meer abfallen. Vom Morgen bis zum Sonnenuntergang scheint die Landschaft ständig in Bewegung zu sein.
Aqua Natura Madeira Hotel, Madeira, Portugal, DZ ab 180 Fr., www.aquanaturahotels.com
8. Hotel Bellevue
Dubrovnik

Der Pool Eine kleine Oase, geschützt vor dem Wellengang der Adria: der perfekte Ort, um – im wahrsten Sinne des Wortes – einzutauchen und die Wassertemperatur zu testen, ohne von den Wellen hin- und hergeworfen zu werden. Je nach Windlage schlägt das Wasser dennoch sanft gegen den Beckenrand. Wie wäre es mit ein paar Durchschwimmversuchen?
Der Ort Viele Hotels werden als «an der Klippe hängend» beschrieben. Das «Hotel Bellevue Dubrovnik» tut es wirklich, es thront etwa 30 Meter über dem kristallklaren Wasser der Adria. Alle Zimmer bieten einen atemberaubenden Blick auf das Meer, während die exklusivsten Kategorien über private Balkone verfügen, die über dem Abgrund schweben. Unterhalb davon sorgen die Bucht von Miramare und ihr kleiner, zwischen den Klippen eingebetteter Strand für Begeisterung. Nur wer unter Höhenangst leidet, wird sie möglicherweise nicht teilen …
Hotel Bellevue Dubrovnik, Dubrovnik, Kroatien, DZ ab 600 Fr.,www.adriaticluxuryhotels.com
9. Burgh Island Hotel
Devon

Der Pool Zunächst muss man sich an das eiskalte Wasser gewöhnen. Dann kommen der Wind, die Gischt und dieses seltsame Gefühl, inmitten einer Kulisse aus einem britischen Roman zu schwimmen. Nach einem belebenden Bad kehrt man ins Hotel zurück, um in seinem Art-déco-Bademantel einen Martini zu schlürfen.
Der Ort Wenn Sie ein Fan von den Kriminalromanen der Autorin Agatha Christie sind (sie hielt sich regelmässig auf der Insel auf, um zu schreiben), dann wird Ihnen dieser Ort gefallen. Hier wird noch immer das Flair der Goldenen Zwanziger zelebriert: Jazzklänge wabern aus dem Ballsaal, während die Gäste in Smokings oder Paillettenkleidern durch die Bar schreiten. Neben seinen Theaterabenden ist das Hotel ebenso bekannt für seine Wellness-Retreats mit Blick auf den Atlantik und seinen erstaunlichen «Sea Tractor»: ein erhöhtes Fahrzeug auf Rädern, mit dem man die Insel erreichen kann, wenn die Flut den Damm, der Burgh Island mit dem Festland verbindet, vollständig überflutet.
Burgh Island Hotel, Devon, England, DZ ab 450 Fr., www.burghisland.com
10. The Retreat at Blue Lagoon
Grindavik

Der Pool Nein, es ist nicht erlaubt, vom Balkon im ersten Stock in die geothermischen Becken zu springen. Ja, natürlich ist Ihnen das beim Anblick des Bildes in den Sinn gekommen. Das milchige Wasser lädt dazu ein, sich darin fallen zu lassen – nicht, um eine sportliche Meisterleistung zu vollbringen, sondern einfach, um zu treiben und zu meditieren. Stellen Sie sich vor: Sie liegen auf dem Rücken, getragen von den fast geräuschlosen Bewegungen des warmen Wassers, mit schwarzem Vulkangestein als einziger Kulisse. Das Hotel bietet seinen Gästen einen eigenen Pool, sodass sie den Massen in der Blue Lagoon entkommen.
Der Ort Dieser Ort hat etwas Mond-Ähnliches an sich. Liegt es an den riesigen Feldern aus schwarzer Lava, den geothermischen Dampfschwaden oder diesem milchigen Wasser? Nur 40 Minuten von Islands Hauptstadt Reykjavík entfernt, verlangsamt sich die Zeit. Ein Glücksfall, um dem Alltag zu entfliehen.
The Retreat at Blue Lagoon, Grindavík, Island, DZ ab 1500 Fr.,www.bluelagoon.com

Wo man zum Schwumm die Wählen zähmt
Lange Zeit galten sie lediglich als Badeplatz für mutige Einheimische. Doch in einer Zeit, in der Reisende auf der Suche nach unverfälschten Erlebnissen sind, ziehen diese zwischen Felsen eingeschlossenen Meeresabschnitte eine neue Generation von Liebhabern an. Viele Becken wurden in den 1920er- und 1930er-Jahren erbaut, als das Meerbaden gross in Mode war. Dann wurden sie nach und nach aufgegeben, bevor das «Wild Swimming» sie in den letzten Jahren wieder populär gemacht hat.
Das wohl legendärste Beispiel ist die Poolanlage Icebergs am Bondi Beach in Sydney, wo die Wellen des Pazifiks manchmal bis an die Schwimmleinen branden. In England ziehen die Gezeitenbecken in Devon oder Cornwall sogar mitten im Winter unerschrockene Schwimmer an. Auf Madeira sind die Vulkanbecken von Porto Moniz zu einem echten Wahrzeichen der Insel geworden, während sich in Südafrika einige natürliche Schwimmbecken in die vom Atlantik umspülten Klippen einfügen.
Überall bleibt das Prinzip dasselbe: den Ozean zu zähmen, um in seinem Wasser zu planschen. Doch nicht immer ist der Schwumm ungefährlich, Obacht bleibt geboten!

